Lead Artist Johnathan Venables und Associate Producer Mike Rouse sprechen mit eu.playstation.com über die neuesten Entwicklungen bei PlayStation Home.
Immer mehr PlayStation 3-Besitzer werden zur Teilnahme an der geschlossenen Betaphase für Home eingeladen, und auch der Home-Marktplatz füllt sich allmählich mit Sprechblasen und tanzenden Avatars. Es dauert nicht mehr lange, bis der Online-Dienst von SCEE allgemein zugänglich ist.
Die Betatester, die die letzten Wochen mit chatten und dem Starten von Spielen über den bahnbrechenden Community-Hub zugebracht haben, werden bis dahin bestens mit dem klar strukturierten, künstlerisch anmutenden Aufbau von Home vertraut sein. Viele von ihnen wissen aber wohl nicht, dass dieser Service zu Beginn ganz anders geplant war. Lead Artist Johnathan Venables des London Studios von SCEE verrät eu.playstation.com mehr dazu:
"Home begann seine Entwicklung ursprünglich als 'The Getaway Online' für PlayStation 2. Dieses Projekt wurde nie abgeschlossen, verhalf uns aber bereits zu einer groben Struktur des Netzwerkcodes. Als wir dann einen Prototyp des PlayStation 3-Systems bekamen, begannen wir damit, alle bisherigen Entwicklungen auf PS3 zu übertragen. Am Anfang haben wir dazu noch eine LAN-Verbindung verwendet. Phil Harrison war von der Vorstellung eines Netzwerk-Hubs für Gamer absolut begeistert - die Umsetzung blieb dem Team überlassen."
Das aktuelle Home-Design ist meilenweit entfernt von der Atmosphäre eines Londoner Pubs. Der Home-Marktplatz ist von Palmen umgeben, die für ein Mittelmeer-Ambiente sorgen, und ein glasklarer Bach plätschert ruhig vor sich hin. Im Gegensatz dazu ist der Spielbereich im Stil der von hellen Neonröhren beleuchteten Bowlingbahnen der 50er Jahre gehalten. Alle Bereiche wirken unglaublich realistisch und sind bis ins letzte HD-Detail perfekt.
"Bevor wir mit dem PS3-System arbeiteten, erinnerte unser Design eher an die berühmte "Getaway"-Reihe mit ihren etwas heruntergekommenen zwielichtigen Londoner Pubs", so Venables. "Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, in welche Richtung unser PS3-Projekt gehen sollte. Uns schwebte ein leicht zugängliches Design mit fantastischer Grafik vor, das für jeden Gamer gleichermassen ansprechend wirkt."
Associate Producer Mike Rouse fügt hinzu: "Wir entschlossen uns schon ziemlich früh während der Entwicklung zu einer geschlossenen Betaphase mit Mitgliedern der Community, was eigentlich nicht üblich ist. Aufgrund des Feedbacks aus dieser Phase änderten wir das anfängliche Konzept eines pillenförmigen Eingangsbereiches zum Home-Marktplatz, der viel heller, offener und übersichtlicher ist."
Die Gestaltung eines solch üppig ausgestatteten, detaillierten Bereiches stellt jeden Entwickler vor eine gewaltige Herausforderung, und die Integration in einen Online-Dienst macht die Aufgabe nicht gerade einfacher. Als grösste Herausforderung bei der Realisierung von Home nennt Venables die Gewährleistung des Funktionierens des Dienstes. "Alle klassischen Einschränkungen, denen ein Spieleentwickler unterliegt, wie z. B. zu wenig Speicherplatz, gelten auch für uns, nur noch strenger, weil wir online sind."
"Man muss sich nur einmal den Spielbereich ansehen", wirft Rouse ein. "Es gibt dort fünf Bowlingbahnen, zwei hochauflösende Bildschirme, die Möglichkeit, bestellte Videos herunterzuladen, sechs Billardtische und acht Arcade-Spielautomaten. Diese Elemente verfügen alle über dynamische Objekte. Insgesamt stehen 64 einzigartige Figuren zur Verfügung, von denen sich jede einzelne unterschiedlich bewegt, sowie Video- und Text-Chat - und das alles gleichzeitig. Natürlich dürfen wir darüber hinaus auch nicht vergessen, dass einige Benutzer über recht langsame Internetverbindungen verfügen."
Eine weitere Herausforderung war der Umgang mit den Erwartungen der PS3-Besitzer. Schon kurz nach der Ankündigung von Home wimmelte es auf Fanseiten und in Foren nur so von Spekulationen darüber, wie der Dienst wohl aussehen könnte. Rouse ist von dem ganzen Hype um Home begeistert. "Wir haben der Presse so wenig wie möglich darüber erzählt, aber die Community malt sich die wildesten Dinge aus."
Jeder, der an der Entwicklung von Home beteiligt ist, hat immer und überall die Community im Hinterkopf. Home wird zuerst als eine offene Betaversion an den Start gehen, d. h., die Weiterentwicklung hängt von den Ansprüchen der Benutzer ab. David Reeves, President von SCEE, gab kürzlich bekannt, dass sich Home in erster Linie an Gamer richtet.
"Anfangs spielte die Social-Network-Komponente von Home eine sehr grosse Rolle", erklärt Venables. "Sie ist zwar nach wie vor vorhanden, doch nun steht eindeutig der PS3-Gamer im Mittelpunkt. Die ersten Benutzer von Home sind Spieler, die schon relativ lange ein PS3-System besitzen, begeisterte Gamer also.
Unsere Community ist das A und O, und je nach Feedback der Community-Mitglieder setzen wir die ein oder andere Veränderung um. Fans von Rollenspielen oder "Resistance 2" werden sich zusammenfinden und dann von Angeboten Dritter profitieren. So, wie sich einzelne Gruppen innerhalb der Community bilden werden, wird sich auch Home weiterentwickeln."
Die Eingliederung von Drittanbietern in Home klingt nach einer äusserst vielversprechenden Idee des Teams. Auf diese Weise können z. B. Spieleentwickler, Bekleidungs- oder Möbelhersteller ihre Markenprodukte anbieten. Laut Rouse werden diese Drittanbieter dazu in der Lage sein, ihre eigenen Inhalte zu entwickeln.
"Die Hälfte des Entwicklungsteam ist für das Entwerfen von Tools zuständig, da die von Drittanbietern generierten Inhalte dem hohen Standard von Home entsprechen müssen. Das trifft nicht nur auf Bekleidung, Möbel und Gegenstände zu, sondern auf komplette Bereiche. Wir haben daher ein stabiles, vielseitiges Toolkit entwickelt, mit dem Drittanbieter ganz leicht selbst Inhalte für Home entwerfen können."
Ob auch Benutzer eigene Inhalte generieren können, ist noch unklar und hängt wie so vieles von der Nachfrage ab. Momentan behandelt das Team benutzergenerierte Inhalte mit Vorsicht.
"Wir wollen die Community nicht gleich zu Anfang mit Tools überschwemmen, die dann womöglich von niemandem benutzt werden", so Rouse. "Beim Thema benutzergenerierter Inhalt kann der Schuss ganz schnell nach hinten losgehen, weil man nie weiss, ob genügend Ideen verwirklicht werden, alles identisch wirkt, oder ob die Benutzer zu viele Inhalte entwickeln und Home damit vollstopfen.
Die Unterscheidung zwischen benutzergenerierten Inhalten und der Möglichkeit der individuellen Gestaltung ist wichtig", fügt Venables hinzu. "Home bietet bereits jetzt unzählige individuell anpassbare Optionen, und momentan geht es uns hauptsächlich darum, diese Möglichkeiten weiter auszubauen."
Und mit dieser Aussage sind wir auch schon am Ende unseres Interviews angelangt. Genauer kann Home zurzeit nämlich nicht beschrieben werden, da die weitere Entwicklung von den Benutzern und nicht den Visionen der Entwickler abhängt. Im Gespräch mit den Mitarbeitern wird klar, dass das Potenzial von Home geradezu unbegrenzt ist, und das ist für die Entwickler ebenso aufregend wie für die PlayStation-Fans.
Dank der innovativen, unzähligen Unterhaltungsangebote und der wunderschönen Aufmachung steht Home eine ganz besonders erfolgreiche Zukunft bevor. Schenkt man den Mitarbeitern Glauben, die daran beteiligt sind, wird Home die Art und Weise, wie die PlayStation-Community interagiert, sowie den Ablauf von Online-Spielen revolutionieren und die Entertainment-Möglichkeiten von PS3 noch weiter ausbauen.
PlayStation 3-Fans können sich in Home demnächst ein zweites Zuhause einrichten.